Friedhöfe in Berlin: die landeseigenen Friedhöfe
Berlin hat keine zentrale Friedhofsverwaltung. Die landeseigenen Friedhöfe verwalten die Bezirksämter, die Gebühren gelten aber landesweit einheitlich nach der Friedhofsgebührenordnung des Landes Berlin. Dazu kommen viele konfessionelle Friedhöfe mit eigenen Gebühren.
Redaktion: [Redaktion: Name Autorin], Redaktion Beerdigungskosten Berlin; fachlich geprüft von [Redaktion: Name], Bestattermeister/in; Gebühren laut Friedhofsgebührenordnung des Landes Berlin, Tarif in der Fassung vom 11.01.2011.

So sind die Berliner Friedhöfe organisiert
Die landeseigenen Friedhöfe werden von den Bezirksämtern verwaltet, in der Regel von deren Straßen- und Grünflächenämtern (§ 1 Abs. 2 Friedhofsordnung); 11 Bezirke haben landeseigene Friedhöfe. Die Friedhofsgebührenordnung ist eine Verordnung des Senats und gilt für alle landeseigenen Friedhöfe gleich. Die Bezirke setzen keine eigenen Gebühren fest.
Insgesamt sind 212 Friedhöfe mit rund 1.040 ha in landeseigener, evangelischer oder katholischer Trägerschaft (Senat, Drucksache 19/25002, Februar 2026). In Berlin besteht freie Friedhofswahl. Nach dem Friedhofsgesetz sollen die Gebühren landeseigener und nichtlandeseigener Friedhöfe nicht übermäßig voneinander abweichen.
Landeseigene Friedhöfe (Auswahl)
| Friedhof | Adresse | Verwaltung |
|---|---|---|
| Friedhof In den KisselnWaldfriedhof, ca. 62 ha, eröffnet 1886 | Pionierstraße 82, 13589 Berlin | Bezirksamt Spandau |
| Waldfriedhof Zehlendorf375.000 m², 44 Ehrengrabstätten, italienischer Ehrenfriedhof | Wasgensteig 30, 14129 Berlin | Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf |
| Friedhof Baumschulenwegnur Urnengrabarten, einziger Friedhof im Bezirk mit Baumbeisetzungen; daneben das landeseigene Krematorium Baumschulenweg | Kiefholzstraße 221-228, 12437 Berlin | Bezirksamt Treptow-Köpenick |
| Parkfriedhof LichterfeldeKapelle mit ca. 100 Sitzplätzen, nicht barrierefrei; Beisetzungen montags (Urne) und dienstags (Erde), Stand 01/2026 | Thuner Platz 2-4, 12205 Berlin | Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf |
| Landschaftsfriedhof GatowParkfriedhof, 14 ha, eröffnet 1982; Abteilungen für islamische und griechisch-orthodoxe Bestattungen; Aschengemeinschaftsgrabstätten ohne Urne; Feierhalle ca. 130 Sitzplätze | Maximilian-Kolbe-Straße 6, 14089 Berlin | Bezirksamt Spandau |
| Friedhof StaakenFeierhalle ca. 50 Sitzplätze, ermäßigte Feierhallengebühr bis 31.12.2026, keine Sargaufbewahrung | Buschower Weg 18-34, 13591 Berlin | Bezirksamt Spandau |
| Friedhof Rudowermäßigte Feierhallengebühr (3.2.1.2) | Köpenicker Straße 131, 12355 Berlin | Bezirk Neukölln |
| Zentralfriedhof Friedrichsfeldeeröffnet 1881; Gedenkstätte der Sozialisten (1951) mit den Gräbern von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg | Gudrunstraße 20, 10365 Berlin | landeseigen (Bezirk Lichtenberg) |
| Parkfriedhof Marzahnca. 21 ha, angelegt 1909; Gedenkstätte für die Sinti, sowjetischer Ehrenhain | Wiesenburger Weg, Berlin-Marzahn | landeseigen (Bezirk Marzahn-Hellersdorf) |
| Friedhof Heerstraßeinterkonfessioneller Friedhof; Gräber u. a. von Joachim Ringelnatz, George Grosz, Tilla Durieux und Helene Lange | Trakehner Allee 1, Berlin-Charlottenburg | landeseigen (Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf) |
Die Liste nennt eine Auswahl der landeseigenen Friedhöfe. Die vollständige Friedhofsliste führt die Senatsverwaltung.
Zwei Friedhöfe im Porträt
- Friedhof In den Kisseln: Waldfriedhof in Spandau, eröffnet 1886, heute ca. 62 ha und einer der größten Friedhöfe Berlins.
- Waldfriedhof Zehlendorf: 375.000 m² Waldlandschaft, 1945 geplant, mit italienischem Ehrenfriedhof und 44 Ehrengrabstätten.
Konfessionelle Friedhöfe
Für konfessionelle Friedhöfe gilt die Friedhofsgebührenordnung des Landes nicht; die Gebühren legt der jeweilige Träger fest. Eine öffentliche Gebührenübersicht haben wir dafür nicht ausgewertet, Auskunft gibt die Friedhofsverwaltung des Trägers.
Ein bekanntes Beispiel ist der Dorotheenstädtische Friedhof, Chausseestraße 126, 10115 Berlin, in evangelischer Trägerschaft. Dort liegen Gräber u. a. von Hegel, Fichte, Brecht, Heinrich Mann, Anna Seghers, Schinkel und Helene Weigel.
Eine allgemeine Anlaufstelle für evangelische Friedhöfe ist der Evangelischer Friedhofsverband Berlin Stadtmitte (über 40 Friedhöfe), Südstern 8-10, 10961 Berlin, Telefon (030) 612027-14, E-Mail info@evfbs.de (Kontaktseite).
Friedhofsverwaltungen der Bezirke (Beispiele)
Bezirksamt Spandau, Straßen- und Grünflächenamt, Friedhofsverwaltung, Pionierstraße 82, 13589 Berlin. Telefon: Auskünfte (030) 90279-7003, Bestattertelefon (030) 90279-7001, E-Mail friedhofsverwaltung@ba-spandau.berlin.de. Sprechzeiten: telefonisch Mo, Di, Do, Fr 9 bis 12 Uhr. Zuständig u. a. In den Kisseln, Gatow, Staaken. (Seite des Bezirksamts)
Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, Friedhofsverwaltung Waldfriedhof Zehlendorf, Wasgensteig 30, 14129 Berlin. Telefon: (030) 90299-7413, Stellenvergabe (030) 90299-6427, Parkfriedhof Lichterfelde (030) 90299-7420, E-Mail sg-fried@ba-sz.berlin.de. Sprechzeiten: Di 9 bis 13 Uhr, Do 9 bis 12 und 13 bis 15 Uhr. (Seite des Bezirksamts)
Bezirksamt Treptow-Köpenick, Straßen- und Grünflächenamt, Friedhofsverwaltung, Postfach 910 240, 12414 Berlin. Telefon: Baumschulenweg/Adlershof (030) 90297-5807. Sprechzeiten: Mo/Di 9 bis 12, Do 9 bis 12 und 13 bis 15, Fr 9 bis 12 Uhr nach Terminvereinbarung. (Seite des Bezirksamts)
Krematorien
Einäscherungen erfolgen in den Krematorien des Landes Berlin. Der Landesbetrieb Krematorium Berlin betreibt zwei Standorte: Krematorium Ruhleben, Am Hain 1, 13591 Berlin, und Krematorium Baumschulenweg, Südostallee 55, 12437 Berlin. 2023 fanden dort zusammen 15.435 Einäscherungen statt (Senat, Drucksache 19/18281). Der Landesbetrieb erhebt Entgelte, die nicht Teil der Friedhofsgebührenordnung sind; sie stehen im Angebot des Bestatters.
Ruhezeiten und Nutzungsrechte
- Ruhezeit Erd- und Urnenbestattung: grundsätzlich 20 Jahre (§ 3 Friedhofsordnung)
- Gesetzliche Mindestruhezeit: 20 Jahre (§ 11 Abs. 1 Friedhofsgesetz)
- Reihengrab: Nutzungsrecht für die Ruhezeit, keine Verlängerung; Erdreihengrab 2,50 m x 1,25 m, Urnenreihengrab 0,50 m x 0,625 m (§ 21 FO)
- Erdwahlgrab: eine bis vier nebeneinander liegende Grabstellen, je Grabstelle zusätzlich eine Urne; Urnenwahlgrab 1 m x 1 m für bis zu vier Urnen (§ 22 Abs. 1 und 2 FO)
- Verlängerung von Wahlgräbern auf Antrag um 5, 10, 15 oder 20 Jahre, Erwerb zu Lebzeiten möglich (§ 22 Abs. 3 und 4 FO)
- Familiengrabstätte: Größe bestimmt der Nutzungsberechtigte (§ 23 FO)
- Urnenwandgrabstätte: oberirdische Beisetzung in baulichen Anlagen, keine Verlängerung (§ 24 FO)
- Gemeinschaftsgrabstätten: Vergabe der Reihe nach, Gestaltung und Pflege nur durch die Friedhofsverwaltung, Blumen an zentraler Stelle, keine Verlängerung (§ 25 FO)
Quellen: Friedhofsordnung (Verordnung über die Verwaltung und Benutzung der landeseigenen Friedhöfe Berlins) vom 19. November 1997 (GVBl. S. 614), zuletzt geändert durch Artikel 10 der Verordnung vom 1. September 2020 (GVBl. S. 683); Friedhofsgesetz des Landes Berlin vom 1. November 1995 (GVBl. S. 707), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 4. Februar 2016 (GVBl. S. 26, 55).
Quellen: Friedhofsordnung (Verordnung über die Verwaltung und Benutzung der landeseigenen Friedhöfe Berlins) vom 19. November 1997 (GVBl. S. 614), zuletzt geändert durch Artikel 10 der Verordnung vom 1. September 2020 (GVBl. S. 683); Friedhofsgesetz des Landes Berlin vom 1. November 1995 (GVBl. S. 707), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 4. Februar 2016 (GVBl. S. 26, 55).